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Übersäuerung des Körpers

Die Übersäuerung des Körpers, die Azidose (Lateinisch: "acidosis"), ist ein Zustand, in dem der Organismus zu viel Säuren, d.h. zu viel saure Substanzen, hat (Lateinisch: "acidus, acida, acidum" = sauer; acidosis = Übersäuerung). Das wird natürlich nicht folgenlos bleiben. Denn ein solcher Zustand verändert den pH-Wert des inneren Milieus in den Zellen und im Zwischenzellraum und hat entsprechende Auswirkungen auf den Stoffwechsel in Zellen und Geweben. Er läuft dann nicht mehr normal, weder lokal im Gewebe noch allgemein. Gewisse chemische Reaktionen, die schädlich sind, werden gefördert, während gewisse andere, die für den Organismus nützlich und notwendig sind, werden gebremst und unterdrückt. Das beeinträchtigt die Funktionsweise der Organe.

Entstehen kann die Azidose: akut oder chronisch. Sie kann feststellbar sein:

  1. im Blut (Blutazidose) oder
  2. im Gewebe (Gewebsazidose, oder Gewebeazidose).

Ihre Ursachen können sein:

  • Stoffwechselstörungen und -kranheiten: Zum Beispiel Zuckerkrankheit, wenn der Blutzucker zu hoch ist und außer Kontrolle gerät ("dekompemsiert"); oder manche Nieren- und Leberkrankheiten. Diese Form der Azidose heißt metabolische Azidose (metabolismus = Stoffwechsel).
  • Atmungsströrungen bei Lungen- und anderen Krankheiten, die das Kohlendioxid-Gehalt im Blut erhöhen und es durch die enstehende Kohlensäure säuern. Diese Form der Azidose heißt respiratorische Azidose (Respiration = Atmung).
  • Falsche Ernährung. Das ist der Gegenstand der basischen Ernährung, der weiter unten diskutiert wird.

1. Im Blut messbare Azidose, kurz Blutazidose

Die Medizin, insbesondere die Intensivmedizin, berücksichtigt nur diese schwerste Form der Azidose. Sie entsteht akut als Folge von operativen Eingriffen oder von Grundkrankheiten wie Diabetes oder Nierenversagen, verläuft dramatisch, wird jedoch in der Regel erfolgreich diagnostiziert und behandelt. In dieser schweren Form ist sie bereits so stark oder soweit fortgeschritten, dass das Puffersystem des Bluts versagt hat und seine pH-Wertregulation zusammengebrochen ist (siehe den Säure-Basen-Haushalt). Der pH-Wert des arteriellen Bluts liegt dann unter 7.36. Die Medizin bemerkt und diagnostiziert die Azidose des Organismus also erst dann, wenn sie sich als eine Blutazidose manifestiert. Was jedoch der Gegenstand der basischen Ernährung ist und uns in dieser Webseite interessiert, ist die andere, der Medizin unbekannte Form der Übersäuerung, nämlich:

2. Chronische Gewebeazidose durch falsche Ernährung

außerhalb des Blutes und des Blutkreislaufs. Und weil sie aus unserer Sicht durch falsche Ernährung oder bei bestehenden Krankheiten der Bauchspeicheldrüse oder anderer Organe durch falsche Diät verursacht wird, nennen wir sie eine alimentäre chronische Gewebeazidose (alimentum = Nahrung; alimentär = ernährungsbedingt). Dieser Begriff wurde vor Jahren vom Autor dieser Webseite hier geprägt. Er ist inzwischen auch von vielen anderen Internetseiten übernommen und mit überflüssigem und teilweise falschem Beiwerk versehen worden. Eine nachteilige Rolle dabei spielt die Wikipedia, deren Beitrag ursprünglich Wort für Wort der vorliegenden Webseite entstammte, inzwischen jedoch infolge der Überarbeitungen und Diskussionsbeiträge durch inkompetente Laien viel Unsinn enthält, den andere Webseiten übernehmen und weiterverbreiten.

Diese Form der Übersäuerung, die alimentäre chronische Übersäuerung, tritt nicht akut auf. Sie braucht für ihre Entwicklung Monate und Jahre. Und wenn sie nicht in eine Blutazidose ausartet, schwelt sie unter der Schwelle der medizinischen Aufmerksamkeit im gesamten Organismus und in allen seinen Geweben. So verursacht sie Beschwerden und Krankheiten, die die Medizin stets fehldiagnostiziert, weil sie diese allgemeine Form der Azidose, die Gewebeazidose, nicht kennt. Dabei ist sie die überaus häufigste Form der Azidose und geradezu eine Volkskrankheit mit gewissen, weitverbreiteten Leiden als ihren Folgeerscheinungen.

3. Die Ursachen der alimentären chronischen Gewebeazidose

Seit der Industrialisierung unseres Lebens und unserer Ernährung im neunzehnten Jahrhundert steigt in unserer Umwelt und in unserer Nahrung fortwährend der Anteil der Säurebildner. Umgekehrt sinkt gleichzeitig der Anteil ihrer Gegenspieler, die die Säuren im Körper neutralisieren, aus denselben Gründen. Zum Beispiel verschwinden, außer den lebenswichtigen Vitaminen, zunehmend die Salze und Mineralien, die die Säuren im Körper neutralisieren können, aus dem Gemüse und Obst durch ihre industrielle Zubereitung und Konservierung. Wer Fertignahrung aus Dosen, vom Supermarkt und vom Lieferwagen verzehrt, braucht sich nicht darüber zu wundern, dass er kontinuierlich seinen Körper säuert mit der Folge der Übersäuerung, und bald an allerlei möglichen Beschwerden leiden wird, ohne dass die Ärzte ihm helfen können, weil sie nicht wissen, wo diese Beschwerden herkommen und was gegen sie getan werden kann. Selbst viele ihrer Medikamente beeinflussen den Säure-Basen-Haushalt negativ.

Die alimentäre Übersäuerung des Körpers ist oft auch die Folge von bereits bestehenden Krankheiten, insbesondere der Bauchspeicheldrüse und der klinisch meist unbemerkten und unentdeckten Schwäche ihrer Verdauungsfunktion, die gar nicht so selten ist. Der für die Verdauung unentbehrliche Bauchspeicheldrüsensaft "der Bauchspeichel"), der sich in den Anfangsabschnitt des Dünndarms (das ist der Zwölffingerdarm) ergießt, ist dank seines Bikarbonatgehalts sehr stark alkalisch (= basisch), und zwar ein- bis zehnmillionenfach als der Magensaft, und entfaltet eine enorm entsäuernde Wirkung im Darm. Wenn er zu wenig oder gar nicht produziert wird, fehlt diese natürliche Neutralisation der Säuren im Dünndarm, einschließlich der Reste der starken Magensalzsäure, die in den nachfolgenden Darmabschnitten vom Körper wieder aufgenommen werden. Leider übersehen und vergessen die Ärzte diese medizinische Trivialität.

4. Die Folgen der alimentären chronischen Gewebeazidose

Die überschüssigen Säuren, die infolge der falschen Ernährung in den Zellen und im Zwischenzellraum im Gewebe entstehen, können wegen des Mangels an neutralisierenden Gegenspielern (wie Salzen, Mineralien, basischen Stoffen) nicht unschädlich gemacht werden. Sie können aber auch nicht durch die Ausscheidungsorgane (Nieren, Lungen, Leber, Schweißdrüsen) vollständig beseitigt werden. Denn diese Organe haben wegen des Überangebots an Säuren die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bereits erreicht. Die Stoffwechselabläufe entgleisen im Gewebe. Die Säurerestionen, die nicht durch Salze gebunden und abtransportiert werden können, lagern sich als Schlackenstoffe in den Zellen und Geweben ab. Die entstehenden Schäden beeinträchtigen die normale Funktion der Zellen und Gewebe. Und die Folgen sind Funktionsstörungen von Zellen und Organen, unerklärliche Beschwerden und Krankheiten, denen gegenüber die Ärzte machtlos sind.

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