Bauchspeicheldrüse (das Pankreas)


Diese ungefähr faustgroße Drüse liegt im oberen Bauchraum in der Schlinge des Zwölffingerdarms. Nach der Leber ist sie die wichtigste Verdauungsdrüse und lebensnotwendig. Sie hat mindestens vier Funktionen, die sie über zwei Wege ausführt. Zum einen scheidet sie einen Saft für die Verdauung ab, den sie in den Darm ("in die Außenwelt") abgibt. Diese Funktion heißt daher "exokrin" = nach außen abscheiden. Zum anderen scheidet sie Hormone für die Blutzuckerregulation ab, die sie in die Innenwelt ("in das Blut") abgibt. Diese Funktion heißt daher "endokrin" = nach innen abscheiden. Im Einzelnen handelt es sich um Folgendes:

1. Die exokrine Funktion (= die Verdauungsfunktion):

  • Die Bauchspeicheldrüse bildet täglich etwa 1 1/2 Liter Saft ("Bauchspeichel"), den sie durch einen Gang in den Zwölffingerdarm absondert. Der Saft enthält die berühmten Verdauungsenzyme (z.B.: Amylase, Lipase, Proteinasen, Peptidasen und andere) für die Verdauung der drei Hauptbestandteile der Nahrung: Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße. Je nach dem Ausmaß ihrer krankhaften Schwäche ("exokrine Pankreasinsuffizienz") gelingt also die Verdauung der aufgenommenen Nahrung entsprechend schlecht und hat gravierende Folgen für den betreffenden Menschen.
  • Der Saft enthält auch Bikarbonate. Sie wirken stark basisch, weil sie stark entsäuern. Diesem Umstand verdankt die Bauchspeicheldrüse die Eigenschaft, dass ihr Saft einen pH-Wert von 8-9 hat, also ein- bis zehnmillionenfach basischer als der Magensaft ist. So kann er im Zwölffingerdarm den vom Magen kommenden, stark sauren Brei augenblicklich neutralisieren. Menschen mit schwacher oder fehlender Bauchspeicheldrüsenfunktion sind also sehr schlecht dran, weil sie schuldlos übersäuert sind, ohne es zu wissen. Gerade diese bedauernswerten Menschen bedürfen der basischen Ernährung. Den Ärzten fehlt dieses Wissen gänzlich, obwohl sie gelernt haben, dass das Pankreas Bikarbonate bildet. Aber die Zusammenhänge erkennen sie nicht.

2. Die endokrine Funktion (= die Hormonfunktion):

  • Das Pankreas produziert erstens das Hormon Insulin für die Verwertung des Blutzuckers. Das Insulin treibt den durch die Ernährung und Verdauung aufgenommenen Blutzucker in die Körperzellen und verhindert somit, dass der Blutzucker eine bestimmte Höhe übersteigt. Menschen, bei denen diese Funktion des Pankreas mangelhaft ist oder ganz fehlt ("endokrine Pankreasinsuffizienz"), haben Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
  • Es produziert zweitens das Hormon Glukagon, das einen Gegenspieler des Insulins darstellt. Das Glukagon sorgt dafür, dass durch die Mobilisierung der in der Leber lagernden Zuckerreserven der Blutzuckerspiegel auch ohne Nahrungsaufnahme relativ konstant bleibt, um den Körper leistungsfähig zu erhalten. Menschen mit endokriner Pankraeasinsuffizienz fehlt daher die Blutzuckerregulation, und ihr Blutzucker geht ständig "rauf und runter". Sie haben also Hyperglykämie (hohen Blutzucker), wenn sie essen, und Hypoglykämie (niedrigen Blutzucker), wenn sie sich körperlich betätigen oder nicht essen. Man kann aber nicht andauernd essen. Während der Insulinmangel behandelbar ist, ist der Glucagonmangel leider nicht behandelbar, weil sich die Medizin bisher nicht damit befasst hat.

→ pH-Wert

→ Verdauungsenzyme

→ pH-Wert von Körpersäften

© 2017 - Prof. Dr. med. Kazem Sadegh-Zadeh, Tecklenburg