___

Über basische Ernährung und darüber hinaus ...

21.4.2009      Aufgepasst!
In manchen Foren zur Ernährung liest man den größten Quatsch. Zum Beispiel begegnete ich kürzlich irgendwo diesem Bericht über basische Ernährung: "Ich lerne jetzt, wie ich meinen Urin entsäuern kann". Passen Sie also auf, wenn Sie auch so etwas lesen. Natürlich besteht der Sinn der basischen Ernährung nicht darin, den Urin zu entsäuern. Was sollte denn so etwas auch bedeuten?

Als erster Schritt der basischen Ernährung wird der bisher übersäuerte Körper entsäuert, bis er eben nicht mehr übersäuert ist. So wird auch als Folge davon der Urin nicht mehr so viel Säure auszuscheiden haben und ist daher weniger sauer als bisher. Das war aber nicht der Zweck der Entsäuerung des Körpers, sondern nur deren Folge.
 
 

____________________________________________________________
7.3.2009      Das Blut ist nicht der aktuelle Spiegel des Körpers
Viele Leute, selbst unter den Medizinern, wissen nicht, dass der Inhalt des Blutes (zum Beispiel: sein Blutzuckerspiegel, sein Cholesteringehalt, sein Kalium- oder Kalziumspiegel u.ä.) nicht die getreue Menge dieser Stoffe im Körper hier und jetzt widerspiegelt. Die Körperzellen sind die primären Orte, wo Stoffwechselprozesse stattfinden, wo also Stoffe chemisch umgesetzt werden. So entstehen zunächst dort neugebaute Produkte oder Abfallprodukte. Bis sie aus den Zellen an ihrem Entstehungsort abtransportiert, anderweitig verwendet, umgebaut oder gar ausgeschieden werden und aus dem Körper verschwinden, kann viel Zeit vergehen. Sie müssen erst aus den Zellen heraustreten, in den Zwischenzellraum eintreten und von hier aus in die Lymphe oder direkt in die Kapillargefäße der Blutbahn gelangen. Das sind die beiden Transportwege. Was nun die Säuren und Basen anbetrifft: Das Blut hat ein ausgeklügeltes Puffersystem, welches aus dem Zwischenzellraum aufgenommene Säuren und Basen neutralisiert und vorübergehend unschädlich macht (
Der Säure-Basen-Haushalt). Wenn bei akuter Überproduktion von Säuren oder Basen im Zellstoffwechsel die aus dem Zwischenzellraum aufgenommene Menge an Säuren oder Basen die Pufferkapazität des Blutes übersteigt, wie es etwa bei der Dekompensation von Diabetes und Asthma der Fall ist, dann kommt es, je nachdem, zur Blutazidose oder Blutalkalose ( Störungen des Säure-Basen-Haushalts). In chronischen Fällen der mäßigen Überproduktion bleiben Restmengen, die noch nicht abtransportiert wurden, im Zwischenzellraum. Für den Fall der Säuren habe ich im Jahre 2003 diesen Zustand als alimentäre chronische Gewebeazidose bezeichnet (alimentär = ernährungsbedingt). Die basische Ernährung ist gegen diesen Zustand gerichtet, den das Blut nicht anzeigt, weil es, wie gesagt, nicht der aktuelle Spiegel des Körpers ist. In ihm kann zum Beispiel der Kalziumgehalt völlig normal sein, während der betreffende Mensch an Osteoporose, d.h. Knochenentkalkung, leidet. Dieser Mensch hat diese Osteoporose, weil sein übersäuerter Körper seinen Knochen das Kalzium entzieht und es allmählich zur Ausscheidung durch die Nieren an das Blut weiterreicht. Wenn also Ihr Arzt bei Ihnen über "völlig normale" Blutwerte berichtet, dann bedeutet das noch lange nichts. Er weiß zum Beispiel nicht, dass Ihre Herzrhythmusstörung dadurch verursacht wird, dass Sie in Ihren Körperzellen, also auch in den Herzmuskelzellen, zu wenig Elektrolyte haben, weil Sie dank Ihrer Gewöhnung an mineralienarme Fertignahrung zu wenig davon bekommen. Denn er findet ja Ihre Blutwerte "völlig in Ordnung".
____________________________________________________________
2.3.2009      Worte mit Vorsicht genießen!
So intelligent sie auch vorgetragen werden mögen, können manche Worte eindeutig unsinnig sein. So zum Beispiel die folgende Behauptung in Wikipedia: "
Eine Wirksamkeit der basischen Ernährung bezüglich der Vermeidung von Krankheiten konnte bisher nicht nachgewiesen werden, abgesehen von Nebeneffekten durch eine insgesamt gesündere Ernährung (z. B. Fleischverzicht, Vermeidung von Kohlenhydraten mit hohem glykämischen Index)". Dazu sei Folgendes angemerkt:

1. Im Gegensatz zu der negativen Unterstellung in der obigen Behauptung hat bisher noch niemand die Wirksamkeit der basischen Ernährung bezüglich der Vermeidung von Krankheiten untersucht. Ich habe jedoch persönlich im Jahre 2007 in der ARD einen Beitrag des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (http://www.dkfz.de) gesehen, in dem Folgendes berichtet wurde: Man hatte eine Gruppe von Menschen mit normaler und eine andere Gruppe mit vegetarischer Ernährung Jahre lang im Hinblick auf Erkrankungs- und Todesrate miteinander verglichen. In der letzteren Gruppe (- mit vegetarischer Ernährung -) gab es weniger Krebs- und Herz-Kreislauf-Krankheiten und weniger Todesfälle. Da die vegetarische Ernährung eine schwache Abart basischer Ernährung ist, kann man davon ausgehen, dass diese Befunde auch erst recht für basische Ernährung gelten.

2. Der Zusatz "... abgesehen von Nebeneffekten durch eine insgesamt gesündere Ernährung ... z.B. Fleischverzicht ... usw." in der obigen Behauptung ist ein Witz. Denn genau um diese Effekte durch gesündere Ernährung, seien sie nun Haupt- oder Nebeneffekt genannt, geht es doch gerade bei der basischen Ernährung. Im ersten Satz der zitierten Behauptung werden sie apodiktisch in Abrede gestellt, um in ihrem zweiten Satz versteckt eingeräumt zu werden. Was soll der Quatsch?
____________________________________________________________
18.2.2009    Fazit
Das Fazit dessen, was ich gestern sagte, ist, dass das Konzept der basischen Ernährung in das Theoriensystem der Schulmedizin integrierbar ist, wie ich es in der vorliegenden Webseite erstmalig versucht habe. Es ist nichts Alternativmedizinisches und Esoterisches. Im Gegenteil, es ist eine empirische Kausalhypothese der Form "Es gibt eine alimentäre chronische Gewebeazidose und sie ist für die Beschwerden und Krankheiten X, Y und Z ursächlich von Bedeutung". Diese Hypothese ist einer empirisch-wissenschaftlichen Überprüfung leicht zugänglich, um gestützt oder widerlegt zu werden. Nötig wäre lediglich die Messung des Gewebe-pH-Werts durch Mikroelektroden in Abhängigkeit von Ernährungsgewohnheiten einerseits und im Zusammenhang mit den Beschwerden und Krankheiten X, Y und Z andererseits, für deren Entstehung ich die von mir so genannte alimentäre chronische Gewebeazidose ursächlich mitverantwortlich gemacht habe. Wenn die Hypothese widerlegt wird, muss sie natürlich aufgegeben werden. Für sie spricht aber bisher der praktische Erfolg der basischen Ernährung. Sie beseitigt viele Beschwerden und Symptome, gegen die es keine andere Therapie gibt. Bei manchen Beschwerden und Krankheiten, wie zum Beispiel der Gicht, die man einfach durch Änderung seiner Ernährungsgewohnheiten lindern, behandeln oder verhindern kann, ist es sinnlos, Arzneien zu verwenden, weil sie nie unschädlich sind.
____________________________________________________________
17.2.2009    Grundsätzliches
Seit ich diese Webseite veröffentlicht und darin meine Theorie über die basische Ernährung vorgestellt habe, kursieren im WWW einige Spekulationen über meine Einstellung, die klärender Worte meinerseits bedürfen, weil ich sie nicht ohne Weiteres so stehen lassen kann.
 
Was mich als gestandenen, kritischen Schulmediziner dazu veranlasst hat, mich mit der Idee der basischen Ernährung zu beschäftigen und sie in die Form einer diskutablen wissenschaftlichen Theorie zu gießen, habe ich in dieser Webseite kurz erläutert (
aus eigener Erfahrung). Ich kenne die Wissenschaft im Allgemeinen und die Medizin im Besonderen von innen und weiß, dass es generell unmöglich ist, einen Wissenschaftler von einer neuen Idee zu überzeugen, die "von außerhalb" kommt und dazu geeignet ist, sein Gedankengebäude zu erschüttern. Das ist auch völlig verständlich und menschlich, und sozusagen, OK. Niemand verzichtet freiwillig auf das sichere Dach, das er über seinem Kopf hat, um sich den Gefahren eines drohenden Unwetters auszusetzen. Kenner der Wissenschaftstheorie von Thomas Kuhn wissen, wovon ich rede (→ Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Suhrkamp).

Ich habe also niemals erwartet, dass die Schulmediziner nun scharenweise zu dieser Webseite herüberströmen würden, um dann im Lichte ihrer neuen Erkenntnisse die Medizin umzukrempeln. Ich habe gewusst, ich weiß und ich werde bei dieser Überzeugung bleiben, dass sie die Idee der basischen Ernährung für Unfug halten werden. Das stört mich nicht. Sie haben recht. Aber ich habe auch recht. Denn unsere Perspektiven sind verschieden. Außerdem bin ich kein Missionar. Jeder soll nach seinem eigenen Glauben leben dürfen.

Ein weiteres Missverständnis muss auch ausgeräumt werden: Als Anhänger der basischen Ernährung bin ich nicht der Meinung und habe einen solchen Gedanken auch nirgendwo geäußert, dass Alternativheilkunden der Schulmedizin überlegen seien und sie ersetzen sollten. Ich bin ein Schulmediziner und kenne die fundamentalen Vorzüge der Schulmedizin gegenüber den Alternativheilkunden. Es ist nicht so, dass die Alternativheilkunden etwas Falsches behaupteten, was an sich korrigierbar wäre. Vielmehr sind ihre Grundlagen auf Sand gebaut, weil sie wichtige Prinzipien der verbindlichen wissenschaftlichen Forschung ignorieren. Daher kann auch nichts Sinnvolles dabei herauskommen. Nehmen wir die Homöopathie als Beispiel, weil sie die bekannteste Alternativheilkunde ist. Das Postulat, auf dem sie beruht, ist das berühmte Simile-Prinzip ihres Begründers Samuel Hahnemann (1755-1843): Similia similibus curentur ("Ähnliches heilt Ähnliches"). Was soll das bedeuten? Es soll bedeuten: "Ein Mittel oder Verfahren kann als Therapie gegen eine Krankheit angewendet werden, wenn es, bei gesunden Menschen oder Tieren angewandt, einen ähnlichen Zustand hervorruft". Dieses Postulat ist nicht nachvollziehbar.

___
____________________