Übersäuerung des Körpers


Die Grundbegriffe der Übersäuerung des Organismus (Azidose) wurden besprochen in Azidose / Alkalose. Was uns hier interessiert, ist die Übersäuerung des Gesamtkörpers, nicht des Blutes, die durch langfristig-falsche Ernährung ensteht und die wir genannt haben:


1. Alimentäre chronische Gewebeazidose

(alimentum = Nahrung; alimentär = ernährungsbedingt). Diese Form der Azidose verläuft chronisch und außerhalb des Blutes und des Blutkreislaufs, beeinträchtigt nicht den pH-Wert des Bluts, weil das Puffersystem des Bluts noch funktioniert. Sie ist der Medizin nicht bekannt, weil man sich damit noch nicht beschäftigt hat, und wird daher auch im Medizinstudium nicht gelehrt. Der Begriff wurde vor Jahren vom Autor dieser Webseite hier geprägt. Er ist inzwischen auch von vielen anderen Internetseiten übernommen und mit überflüssigem und teilweise falschem Beiwerk versehen worden. Eine nachteilige Rolle dabei spielt die Wikipedia, deren Beitrag ursprünglich Wort für Wort der vorliegenden Webseite entstammte, inzwischen jedoch infolge der Überarbeitungen und Diskussionsbeiträge durch inkompetente Laien viel Unsinn enthält, den andere Webseiten übernehmen und weiterverbreiten.

Diese Form der Übersäuerung tritt nicht akut auf. Sie braucht für ihre Entwicklung Monate und Jahre. Und wenn sie nicht in eine Blutazidose ausartet, schwelt sie unter der Schwelle der medizinischen Aufmerksamkeit im gesamten Organismus und in allen seinen Geweben. So verursacht sie Beschwerden und Krankheiten, die die Medizin stets fehldiagnostiziert, weil sie diese allgemeine Form der Azidose, die Gewebeazidose, nicht kennt. Dabei ist sie die überaus häufigste Form der Azidose und geradezu eine Volkskrankheit mit gewissen, weitverbreiteten Leiden als ihren Folgeerscheinungen.


2. Die Ursachen der alimentären chronischen Gewebeazidose

Seit der Industrialisierung unseres Lebens und unserer Ernährung im neunzehnten Jahrhundert steigt in unserer Umwelt und in unserer Nahrung fortwährend der Anteil der Säurebildner. Umgekehrt sinkt gleichzeitig der Anteil ihrer Gegenspieler, die die Säuren im Körper neutralisieren, aus denselben Gründen. Zum Beispiel verschwinden, außer den lebenswichtigen Vitaminen, zunehmend die Salze und Mineralien, die die Säuren im Körper neutralisieren können, aus dem Gemüse und Obst durch ihre industrielle Zubereitung und Konservierung. Wer Fertignahrung aus Dosen, vom Supermarkt und vom Lieferwagen verzehrt, braucht sich nicht darüber zu wundern, dass er kontinuierlich seinen Körper säuert mit der Folge der Übersäuerung, und bald an allerlei möglichen Beschwerden leiden wird, ohne dass die Ärzte ihm helfen können, weil sie nicht wissen, wo diese Beschwerden herkommen und was gegen sie getan werden kann. Selbst viele ihrer Medikamente beeinflussen den Säure-Basen-Haushalt negativ.

Die alimentäre Übersäuerung des Körpers ist auch oft auch die Folge von bereits bestehenden Krankheiten, insbesondere der Bauchspeicheldrüse und der klinisch meist unbemerkten und unentdeckten Schwäche ihrer Verdauungsfunktion, die gar nicht so selten ist. Der für die Verdauung unentbehrliche Bauchspeicheldrüsensaft ("der Bauchspeichel"), der sich in den Anfangsabschnitt des Dünndarms (das ist der Zwölffingerdarm) ergießt, ist dank seines Bikarbonatgehalts sehr stark alkalisch (= basisch), und zwar ein- bis zehnmillionenfach basischer als der Magensaft, und entfaltet eine enorm entsäuernde Wirkung im Darm. Wenn er zu wenig oder gar nicht produziert wird, fehlt diese natürliche Neutralisation der Säuren im Dünndarm, einschließlich der Reste der starken Magensalzsäure, die in nachfolgenden Darmabschnitten wieder vom Körper aufgenommen werden. Leider übersehen und vergessen die Ärzte diese medizinische Trivialität und behadeln den Patienten zum Beispiel durch unwirksame Medikamente, die nur seinen Magen demolieren, weil sie denken, er habe eine "Arthrose", während es sich dabei um Gelenkbeschwerden infolge einer ernährungsbedingten Gewebeazidose handelt.


3. Die Folgen der alimentären chronischen Gewebeazidose

Die überschüssigen Säuren, die infolge der falschen Ernährung in den Zellen und im Zwischenzellraum im Gewebe entstehen, können wegen des Mangels an neutralisierenden Gegenspielern (wie Salzen, Mineralien, basischen Stoffen) nicht unschädlich gemacht werden. Sie können aber auch nicht durch die Ausscheidungsorgane (Nieren, Lungen, Leber, Schweißdrüsen) vollständig beseitigt werden. Denn diese Organe haben wegen des Überangebots an Säuren die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bereits erreicht. Die Stoffwechselabläufe entgleisen im Gewebe. Die Säurerestionen, die nicht durch Salze gebunden und abtransportiert werden können, lagern sich als Schlackenstoffe in den Zellen und Geweben ab. Die entstehenden Schäden beeinträchtigen die normale Funktion der Zellen und Gewebe. Und die Folgen sind Funktionsstörungen von Zellen und Organen, unerklärliche Beschwerden und Krankheiten, denen gegenüber die Ärzte machtlos sind. Hier sind einige Beispiele.

© 2017 - Prof. Dr. med. Kazem Sadegh-Zadeh, Tecklenburg